Am nächsten Tag stand eine ausgedehnte Wanderung vom Quartier im Wäldele auf den Hohen Ifen an. Nachdem man den ersten Teil der Strecke noch im dem Sessellift saß, wurde es ab der Mittelstation für alle anstrengend. Für manche war der letzte steile Anstieg dann doch zu extrem und sie rasteten lieber gemütlich auf der Ifenhütte. Danach ging es für einige Laufbegeisterte noch quer über das ganze Gottesackerplateau und durch das herrliche Kürental wieder zurück zur Hütte. Der Rest der Gruppe nahm währenddessen den direkten Weg ins Tal.

Der Mittwoch versprach ein spannendes Programm mit der Bergschule Kleinwalsertal. Bei verschiedenen Stationen, wie Klettern, Abseilen, Seilbahnfahren und auf einem dünnen Seil über eine Schlucht balancieren, konnte jeder seinen Mut unter Beweis stellen, musste aber gleichzeitig auch den anderen vertrauen und das eigene Leben in deren sichernde Hände legen. Wem das an Nervenkitzel nicht genügte, für den war dann der Höhepunkt genau richtig: Ein Sprung von einer 47m hohen Brücke - natürlich angeseilt, aber die ersten 15m im freiem Fall kosteten dennoch große Überwindung. Mancher Vorlaute wurde dann plötzlich ganz ruhig.

Der Donnerstag stand dann wieder unter dem Motto wandern. Die Schüler des Schlossgymnasiums machten sich ausgerüstet mit Klettersteigsets auf den Weg zur Kanzelwand. Dort stieg man in einen Klettersteig ein, den sogenannten Walser- oder Erlebnissteig. Auch hier mussten manche ihre Angst überwinden und dabei auch eine 26 m lange wacklige Seilbrücke überqueren. Vom Ende des Klettersteigs auf dem Kanzelwandgipfel ging es auf die Hammerspitze, über die die deutsch-österreichische Grenze verläuft. Ein Teil der Gruppe bestieg im Anschluss noch die Hochgehrenspitze, bevor man sich gemeinsam auf den Abstieg ins Tal machte.

Die Schüler der Janusz-Korczak-Schule wanderten an diesem etwas regnerischen Tag zur Skiflugschanze am Fellhorn und beschlossen den Rest des Tages im Schwimmbad in Oberstdorf.

Nun war auch schon der letzte Tag angebrochen und der sollte noch mit einer Fahrt auf der längsten Sommerbobbahn im Allgäu am Söllereck ausklingen. Vor dem Vergnügen stand aber zuerst der Schweiß, denn alle mussten von Riezlern aus zu Söllereck wandern und genossen dann eine oder mehrere rasante Abfahrten ins Tal. Danach war auch schon die Rückreise an der Reihe und im Bus war es unnatürlich ruhig: fast alle schliefen!

So ging eine kurzweilige Woche zu Ende. Was bleibt sind die Eindrücke und Anstrengungen, die gemeinsam in dieser herrlichen Berglandschaft erlebt worden waren und die Bekanntschaften die in dieser Woche entstanden sind. In diesem Kooperationsschullandheim war es möglich, die sonst durch unterschiedliche Schultypen entstehende Barrieren zwischen den verschiedenen Schulen zu ebnen und somit beiden Seiten gemeinsame gewinnbringende Erfahrungen zu ermöglichen.

(Joana Coffin)